Allgemeine Geschäftsbedingungen
Version 2026-07-23 · Natron Tech AG, Weissenbühlweg 40a, 3007 Bern
1. Anbieterin, Vertragsbestandteile, Rangfolge
1.1 Diese AGB regeln die Nutzung der Plattform "klickops" (die "Plattform"), betrieben von der Natron Tech AG, Weissenbühlweg 40a, 3007 Bern, Schweiz (die "Anbieterin"), durch ihre Kundinnen und Kunden (der "Kunde").
1.2 Vertragsbestandteile sind in dieser Rangfolge: (a) allfällige individuelle schriftliche Vereinbarungen; (b) diese AGB; (c) die Nutzungsrichtlinien (Anhang 1); (d) soweit der Kunde in Kundeninhalten Personendaten bearbeitet, der Auftragsbearbeitungsvertrag (Anhang 2), der automatisch Vertragsbestandteil ist. Die Datenschutzerklärung informiert über die Datenbearbeitung der Anbieterin und ist nicht Vertragsbestandteil.
1.3 Massgeblich sind die Leistungsbeschreibungen und Preise auf der Plattform im Zeitpunkt der jeweiligen Bestellung bzw. Nutzung. Abweichende Bedingungen des Kunden finden keine Anwendung.
1.4 Diese AGB können in weiteren Sprachfassungen vorliegen; massgebend ist ausschliesslich die deutsche Fassung.
2. Geschäftskunden
Die Plattform richtet sich ausschliesslich an Unternehmen, Behörden und selbständig Erwerbende zur Nutzung im Rahmen ihrer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit. Der Kunde bestätigt, den Vertrag nicht als Konsument zu schliessen.
3. Leistungen
3.1 Die Plattform stellt Infrastruktur und Software zur selbständigen Nutzung durch den Kunden bereit, namentlich zum Betrieb von Container-Anwendungen und verwalteten Diensten (z.B. Datenbanken, Objektspeicher) auf von der Anbieterin betriebener Infrastruktur in der Schweiz.
3.2 Geschuldet ist die Bereitstellung der Plattform im jeweils beschriebenen Funktionsumfang. Die Anbieterin entwickelt die Plattform laufend weiter und kann Funktionen ändern. Die Einstellung einer wesentlichen Funktion, die der Kunde nutzt, wird mindestens 90 Tage im Voraus angekündigt; der Kunde kann den betroffenen Dienst auf den Einstellungszeitpunkt kündigen.
3.3 Beta-Funktionen: Als "Beta", "Preview" oder "Experimental" gekennzeichnete Funktionen dienen der Erprobung und dem Sammeln von Feedback. Der Kunde anerkennt, dass solche Funktionen instabil sein, sich unerwartet verhalten, jederzeit ohne Ankündigung geändert oder eingestellt werden können und von jeder Verfügbarkeitsaussage ausgenommen sind. Jede Haftung für Veränderung, Verlust oder Löschung von Daten aus der Nutzung von Beta-Funktionen ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.
3.4 Support bezieht sich auf die Plattform selbst, nicht auf die Anwendungen des Kunden oder deren Konfiguration. Er erfolgt nach Verfügbarkeit über die bezeichneten Kanäle, ohne zugesicherte Reaktionszeiten.
3.5 Nicht im Einflussbereich der Anbieterin liegen insbesondere Netzwerkwege ausserhalb ihrer Infrastruktur, Dienste Dritter sowie vom Kunden eingesetzte Container-Images und Softwarekomponenten; Open-Source-Komponenten unterstehen ihren eigenen Lizenzen.
4. Verfügbarkeit
4.1 Die Anbieterin betreibt die Plattform mit angemessener Sorgfalt nach dem Stand der Technik. Eine bestimmte Verfügbarkeit ist nicht zugesichert; ein allfälliges Service Level Agreement bedarf einer separaten Vereinbarung.
4.2 Wartungsarbeiten können zu Unterbrüchen führen; geplante Wartungen werden nach Möglichkeit vorab angekündigt.
4.3 Bei Störungen ist die Nachbesserung (Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit) der primäre Rechtsbehelf des Kunden. Weitergehende Ansprüche richten sich nach Ziff. 14.
5. Konto und Organisation
5.1 Die Nutzung setzt ein Konto voraus. Der Kunde macht wahrheitsgemässe Angaben und hält sie aktuell. Erweisen sich Kontaktangaben als unrichtig und ist die Identität nur mit unverhältnismässigem Aufwand feststellbar, kann die Anbieterin die Dienste sperren.
5.2 Zugangsdaten und API-Tokens sind vertraulich zu behandeln. Der Kunde ist für alle Aktivitäten verantwortlich, die über sein Konto, seine Organisation oder seine Tokens erfolgen, und meldet Missbrauchsverdacht unverzüglich.
5.3 Die Anbieterin kann Registrierungen ohne Angabe von Gründen ablehnen.
6. Kundeninhalte und Pflichten des Kunden
6.1 Für die vom Kunden betriebenen Anwendungen, Container-Images, Daten und Inhalte ("Kundeninhalte") ist allein der Kunde verantwortlich, einschliesslich deren Rechtmässigkeit, Lizenzierung und Sicherheit (u.a. aktuelle, vertrauenswürdige Images und sichere Konfiguration).
6.2 Es gelten die Nutzungsrichtlinien (Anhang 1). Sie sind nicht abschliessend; im Zweifel fragt der Kunde vor dem Deployment an.
6.3 Kundeninhalte bleiben beim Kunden. Die Anbieterin erhält daran nur die zur Leistungserbringung nötigen Rechte (Speicherung, Ausführung, Sicherung, Übertragung).
7. Fair Use
Die Infrastruktur ist auf durchschnittliche Nutzung mit Reserven für kurzzeitige Spitzen ausgelegt. Der Kunde nutzt Ressourcen so, dass andere Kunden nicht beeinträchtigt werden. Bei anhaltender übermässiger Beanspruchung kann die Anbieterin drosseln, Limiten setzen oder einen Wechsel auf ein passendes Angebot verlangen; kommt der Kunde dem innert angemessener Frist nicht nach, kann die Anbieterin den betroffenen Dienst kündigen.
8. Datensicherung
Es ist ausschliesslich Sache des Kunden, gegen Ausfall und Datenverlust Vorkehrungen zu treffen, die von der Plattform unabhängig sind, namentlich regelmässige Sicherungskopien geschäftskritischer Daten auf Infrastruktur ausserhalb der Plattform. Von der Plattform angebotene Backup-Funktionen ergänzen die eigenen Massnahmen des Kunden, ersetzen sie aber nicht; für Existenz, Integrität und Wiederherstellbarkeit plattformseitiger Backups wird keine Gewähr übernommen, einzelne Sicherungsläufe können aus betrieblichen Gründen ausfallen. Der Kunde prüft die Wiederherstellbarkeit seiner Sicherungen regelmässig.
9. Preise, Abrechnung, Guthaben
9.1 Massgeblich sind die auf der Plattform ausgewiesenen Preise im Zeitpunkt der Nutzung, zuzüglich allfälliger Mehrwertsteuer. Die Vergütung bemisst sich nach den angeforderten bzw. genutzten Ressourcen.
9.2 Für die Bemessung der nutzungsabhängigen Entgelte sind die Messsysteme der Anbieterin massgeblich. Die aufgezeichneten Nutzungsdaten gelten als richtig, soweit der Kunde nicht deren Unrichtigkeit nachweist. Beanstandungen von Abrechnungen sind innert 30 Tagen seit Zugang formlos (z.B. per E-Mail) mitzuteilen; danach gilt die Abrechnung als genehmigt.
9.3 Guthaben: Gekaufte Guthaben werden fortlaufend mit den Entgelten verrechnet. Sie sind unverzinslich, nicht übertragbar, nicht bei Dritten einsetzbar und grundsätzlich nicht in Geld rückerstattbar. Nicht verbrauchtes, gekauftes Guthaben wird anteilig zurückerstattet, wenn (a) die Anbieterin ohne wichtigen Grund kündigt oder die Plattform einstellt oder (b) der Kunde wegen einer nachteiligen Änderung nach Ziff. 21 kündigt; die Rückerstattung erfolgt auf das ursprüngliche Zahlungsmittel. Unentgeltlich gewährte Guthaben (Promotionen, Free Tier) können befristet werden und verfallen ersatzlos.
9.4 Preisänderungen für laufend genutzte Dienste werden mindestens 30 Tage im Voraus in Textform angekündigt und gelten nur für künftigen Verbrauch; Preissenkungen sowie die Weitergabe geänderter Steuern und Abgaben bedürfen keiner Ankündigung. Bei Ablehnung kann der Kunde auf den Wirksamkeitszeitpunkt kündigen.
9.5 Bei aufgebrauchtem Guthaben oder Zahlungsverzug kann die Anbieterin die Dienste nach Ziff. 10 sperren. Die Sperrung befreit nicht von aufgelaufenen Entgelten.
9.6 Die Verrechnung von Forderungen der Anbieterin mit Gegenforderungen des Kunden ist ausgeschlossen, ausser die Gegenforderung ist rechtskräftig festgestellt oder von der Anbieterin anerkannt.
10. Sperrung
10.1 Die Anbieterin kann einzelne Workloads, Dienste, das Konto oder die Organisation des Kunden ganz oder teilweise ohne Vorankündigung sperren, wenn: (a) das Guthaben aufgebraucht ist oder sich der Kunde in Zahlungsverzug befindet; (b) eine rechtswidrige oder vertragswidrige Nutzung vorliegt oder ein begründeter Verdacht darauf besteht (z.B. aufgrund von Abuse-Meldungen); (c) andere Kunden oder die Infrastruktur beeinträchtigt werden, auch wenn der Kunde selbst Ziel eines Angriffs (z.B. DDoS) ist; (d) ein Gericht oder eine Behörde es anordnet; (e) der Anbieterin sonst eigene rechtliche Nachteile drohen; oder (f) es zum Schutz der Plattform oder anderer Kunden erforderlich ist.
10.2 Der Kunde wird über Sperrungen und deren Gründe informiert, soweit rechtlich zulässig, spätestens nachträglich. Die Sperrung dauert, bis der Grund beseitigt ist. Zahlungspflichten laufen weiter; ein Entschädigungsanspruch besteht nicht.
10.3 Die Anbieterin kann vom Kunden innert angemessener Frist Belege für die Rechtmässigkeit beanstandeter Inhalte verlangen und den durch Missbrauchsfälle verursachten Aufwand nach effektivem Aufwand in Rechnung stellen; für absehbaren Aufwand kann sie eine Sicherheitsleistung verlangen.
11. Behördliche Anordnungen
Die Anbieterin befolgt verbindliche Anordnungen zuständiger Gerichte und Behörden. Sie informiert den Kunden über solche Anordnungen, soweit rechtlich zulässig, und beschränkt Offenlegungen auf deren Umfang. Die Anzeige strafbaren Verhaltens an die Behörden und die Mitwirkung an Untersuchungen bleiben vorbehalten. Eine Haftung für Folgen solcher Massnahmen ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.
12. Vertragsdauer, Kündigung, Datenlöschung
12.1 Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Der Kunde kann jederzeit auf Ende eines Abrechnungszeitraums kündigen, insbesondere durch Löschung seiner Organisation. Die Anbieterin kann mit einer Frist von 90 Tagen ordentlich kündigen.
12.2 Die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund bleibt vorbehalten, namentlich bei schweren oder wiederholten Verstössen gegen Ziff. 6, 7 oder Anhang 1, bei Zahlungsverzug trotz Mahnung sowie bei Verstössen gegen Ziff. 16.
12.3 Der Kunde exportiert seine Daten vor Vertragsende; die Plattform stellt dafür Exportfunktionen bereit. Nach Beendigung des Vertrags ist die Anbieterin berechtigt, sämtliche Kundeninhalte unwiderruflich zu löschen; eine Aufbewahrungs- oder Herausgabepflicht besteht nicht, vorbehältlich zwingenden Rechts. Die Löschpflichten aus Anhang 2 überdauern das Vertragsende.
12.4 Bis zur Beendigung geschuldete Entgelte bleiben geschuldet.
13. Schadloshaltung
Der Kunde stellt die Anbieterin sowie alle an der Leistungserbringung beteiligten Personen von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aus Kundeninhalten oder aus einer rechts- oder vertragswidrigen Nutzung der Plattform durch den Kunden oder seine Benutzer entstehen, einschliesslich angemessener Verfahrens- und Anwaltskosten. Diese Freistellung fällt nicht unter die Haftungsbegrenzung nach Ziff. 14.
14. Haftung
14.1 Die Haftung der Anbieterin für leichte Fahrlässigkeit ist ausgeschlossen. Im Übrigen ist die Haftung pro Vertragsjahr gesamthaft auf die vom Kunden in den zwölf Monaten vor dem haftungsbegründenden Ereignis effektiv bezahlten Entgelte beschränkt, höchstens jedoch auf die Deckungssumme der Betriebshaftpflichtversicherung der Anbieterin. Ausgeschlossen ist, soweit gesetzlich zulässig, jede Haftung für indirekte Schäden und Folgeschäden, entgangenen Gewinn, Datenverlust, Nutzungsausfall und Ansprüche Dritter. Mehrere Schäden aus derselben Ursache gelten als ein Schadenfall.
14.2 Die Haftung der Anbieterin für Hilfspersonen und beigezogene Dritte (einschliesslich Rechenzentrums-, Netz- und Infrastrukturanbieter sowie Subunternehmer) ist im Umfang von Art. 101 Abs. 2 OR vollumfänglich ausgeschlossen, auch für deren grobe Fahrlässigkeit oder Absicht.
14.3 Ausgeschlossen ist ferner, soweit gesetzlich zulässig, die Haftung für Schäden aus Einwirkungen Dritter (z.B. DDoS-Angriffe, unbefugte Zugriffe, Schadsoftware) einschliesslich Schäden aus angemessenen Abwehrmassnahmen der Anbieterin.
14.4 Vorbehalten bleiben zwingende Haftungen, namentlich für Absicht und grobe Fahrlässigkeit der Anbieterin selbst, für Personenschäden sowie nach dem Produktehaftpflichtgesetz.
15. Höhere Gewalt
Für Ereignisse ausserhalb des zumutbaren Einflussbereichs der Parteien (namentlich Ausfälle von Stromversorgung, Netzen oder Vorleistern, gross angelegte Angriffe trotz angemessener Schutzmassnahmen, Naturereignisse, behördliche Massnahmen, Embargos) ruhen die betroffenen Leistungspflichten; eine Haftung besteht nicht. Dauert der Zustand länger als 60 Tage, kann jede Partei die betroffenen Dienste kündigen.
16. Exportkontrolle und Sanktionen
Der Kunde sichert zu, dass weder er noch seine wirtschaftlich Berechtigten auf Sanktionslisten der Schweiz, der EU, der UNO oder der USA stehen und dass die Plattform nicht für sanktionierte Zwecke, Personen oder Länder genutzt wird. Verstösse berechtigen zur sofortigen Sperrung und fristlosen Kündigung ohne Entschädigung.
17. Geheimhaltung
Beide Parteien behandeln vertrauliche Informationen der anderen Partei vertraulich und verwenden sie nur zur Vertragserfüllung. Diese Pflicht überdauert das Vertragsende um drei Jahre.
18. Datenschutz
Die Anbieterin bearbeitet Personendaten gemäss der Datenschutzerklärung und dem anwendbaren Datenschutzrecht (DSG; soweit anwendbar DSGVO). Soweit der Kunde in Kundeninhalten Personendaten bearbeitet, ist er dafür Verantwortlicher und die Anbieterin Auftragsbearbeiterin; es gilt der Auftragsbearbeitungsvertrag (Anhang 2).
19. Referenznennung
Die Anbieterin darf den Kunden mit Name und Logo als Referenz auf ihrer Website und in Marketingunterlagen nennen, sofern der Kunde dem nicht widerspricht; ein Widerruf wirkt für künftige Materialien. Pressemitteilungen und Fallstudien bedürfen der vorgängigen Zustimmung des Kunden.
20. Abtretung
Der Kunde darf den Vertrag oder einzelne Rechte und Pflichten daraus nur mit vorgängiger Zustimmung der Anbieterin übertragen. Die Anbieterin darf den Vertrag ohne Zustimmung auf eine Rechtsnachfolgerin oder eine Konzerngesellschaft übertragen.
21. Änderungen der AGB
Die Anbieterin kann diese AGB anpassen, namentlich bei Änderungen des Leistungsangebots, der Rechtslage, der Sicherheitsanforderungen oder der Kostenstruktur. Änderungen werden mindestens 30 Tage vor Inkrafttreten in Textform angekündigt. Ist der Kunde mit einer Änderung nicht einverstanden, kann er den Vertrag bis zum Inkrafttreten auf diesen Zeitpunkt kündigen; nicht verbrauchtes, gekauftes Guthaben wird in diesem Fall anteilig erstattet. Bestätigt der Kunde die neue Fassung oder nutzt er die Plattform nach Inkrafttreten weiter, gilt die Änderung als genehmigt. Änderungen, die rechtlich erforderlich sind oder den Kunden nicht benachteiligen, können sofort in Kraft treten.
22. Schlussbestimmungen
22.1 Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt der Vertrag im Übrigen wirksam; an die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt eine wirksame Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt. Haftungsbeschränkungen gelten im maximal gesetzlich zulässigen Umfang.
22.2 Es gilt materielles schweizerisches Recht unter Ausschluss der Kollisionsnormen und des UN-Kaufrechts (CISG).
22.3 Ausschliesslicher Gerichtsstand ist Bern. Die Anbieterin ist berechtigt, den Kunden auch an dessen Sitz zu belangen.